Für die I. Mannschaft der TuS Mechernich liegt ein beeindruckendes Jahr 2016 zurück. Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga und einem starken vierten Platz zum Ende der Hinrunde, aber auch mit dem Erreichen des Achtelfinals im Verbandspokal sprang die Mannschaft von einer Erfolgswelle auf die nächste. Trainer Guido Mertens (45) stand zum Vorbereitungsstart auf die Rückrunde uns Rede und Antwort und schaut selbstbewusst ins neue Jahr.

1.Bist Du mit dem bisherigen Abschneiden der Mannschaft zufrieden?

Guido Mertens: Wenn Du als Aufsteiger in eine neue Liga kommst, dann weißt Du nicht so recht wo man steht. Nach 16 Spieltagen kann ich aber sagen, dass wir von Anfang an voll in der neuen Liga angekommen sind. Wir haben jetzt 25 Punkte, die uns kaum einer zugetraut hätte. Die Hinrunde lief auch für mich besser als erwartet, aber ich muss auch sagen, dass wir einige Punkte liegengelassen haben. Hinten raus haben wir durch die drei Niederlagen vielleicht etwas an Substanz vermissen lassen, aber die intensive Belastung, auch durch die Pokalspiele, hat uns zu sehr zugesetzt. Wir hatten mit vielen Verletzungen zu kämpfen und auch die berufliche Abwesenheit einiger Spieler hat dazu beigetragen, dass uns die Luft etwas ausging. Letztlich ist das aber auch Klagen auf hohem Niveau. Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit der Hinrunde und schaue optimistisch in die Rückserie.

2. Gibt es für Dich eine positive Überraschung der Hinserie?

Guido Mertens: Ich schaue da in erster Linie nur auf uns und muss demnach meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Alle Jungs ziehen mit. Keiner lässt sich hängen und auch der Umweg über die Bank bzw. die zweite Mannschaft kann manchmal ein Schritt nach vorne sein. Wichtig ist mir, dass sich zunächst selbst hinterfragt wird und das die unzufriedenen Spieler mit Trainingsfleiß zeigen, warum gerade sie im nächsten Spiel dabei sein sollten. Alle haben bei mir die gleichen Chancen und jeder bekommt seine Einsatzmöglichkeiten. In unserer Staffel ist sicherlich Spitzenreiter Hohenlind-Lindenthal positiv hervorzuheben. Die haben uns zwar nur 1:0 geschlagen, aber in dem Spiel war für uns überhaupt nichts drin. Sie und die beiden Dürener Vereine werden den Aufstieg unter sich ausmachen.

3. Welche Veränderungen gibt es im Team? Neuzugänge? Abgänge?

Guido Mertens: Abgänge haben wir keine zu vermelden. Alle Jungs wollen und werden den eingeschlagenen Weg mitgehen, was mich natürlich sehr positiv stimmt. Zurück zum Team kommt Cally Kautz, der beruflich fast die gesamte Hinrunde fehlte. Bei den Zugängen tut sich aber auch etwas. So ist es mir gelungen mit Robin Zimmer (18) und seinen Bruder Marco (21) zwei junge Spieler nach Mechernich zu holen. Robin kommt aus der Jugendschmiede des TSC Euskirchen zu uns und Marco wechselt vom VfL Erp an den Bleiberg. Beide Jungs strebten einen "Klimawechsel" an und das zeigt, dass auch über die Stadtgrenze hinaus die TuS wieder einen Namen hat. Mit Angelo Rubino (24) kommt vom SSV Weilerswist ein ehemaliger TuS-Spieler zurück. Hier steht allerdings noch die Freigabe aus, sodass er möglicherweise nur am Trainingsbetrieb teilnehmen kann. Mit Johannes Simons (17) kommt ein hoffnungsvolles Talent von der A-Jugend des FC Düren-Niederau nach Mechernich und soll sich in der Vorbereitung und im Training schon einmal an den Seniorenfußball gewöhnen. Er ist ein Mechernicher Junge und wird die Rückrunde in unserer A-Jugend spielen. Sein Wechsel ist perspektivisch gesehen wichtig für den Verein und im neuen Spieljahr wird auch er seine Chancen bekommen. Zudem werden einige A-Jugendliche mit in die Rückrundenvorbereitung gehen und auch den Spielern der II. Mannschaft gebe ich die Möglichkeit sich bei uns zu zeigen.

4. Gibt es andere Neuigkeiten im Verein oder Umfeld? Neues Saisonziel? Neue Sportanlage?

Guido Mertens: Am Saisonziel hat sich nichts geändert. Da haben wir den Klassenerhalt ausgegeben und wenn man auf die Tabelle schaut, dann ist dieser noch lange nicht gesichert. Die Mannschaften unterhalb von Platz drei sind eng beieinander platziert und auch das Leistungsniveau schätze ich so ein. Hier sind Verschiebungen in alle Richtungen möglich, auch wenn ein paar Mannschaften ihren eigenen Ansprüchen hinterherhinken.

Eine neue Sportanlage gibt es auch zur Rückrunde nicht, jedoch haben wir über unseren Vorstand Signale empfangen, dass es ab Mai möglich sein kann, den neuen Rasenplatz am Schulzentrum für die Heimspiele zu nutzen. Dieses in 2017 zwar erst testweise und ohne Trainingsbetrieb aber immerhin wir könnten drauf. Dazu müssen in den nächsten Wochen aber organisatorische wie auch finanzielle Dinge zwischen der Stadt Mechernich und dem Verein geklärt werden. Ich bin aber optimistisch und denke, dass dem Verein eine Rasenplatznutzung in naher Zukunft möglich ist.


5. Wann ist Vorbereitungsstart? Welche Testspiele / Hallenturniere stehen an?

Guido Mertens: Witterungsbedingt haben wir am Montag, den 16.01. mit der Vorbereitung in unserem Umkleidehaus bekommen. Meine Co-Trainer Ronny Grothe und Rolf Niemczewski hatten zwölf Kraft-Ausdauer-Stationen aufgebaut und die Jungs sofort ordentlich rangenommen. Vor uns liegen sieben intensive, aber auch abwechslungsreiche Wochen der Vorbereitung. Die Jungs haben ein Ziel und ich will das sie bestens vorbereitet in das erste Rückrundenspiel am 05.03. gehen. Da müssen wir sofort da sein und wollen gegen Türkspor Bergheim natürlich gewinnen.

Bislang haben wir fünf Vorbereitungsspiele ausgemacht. Wir spielen, sofern es das Wetter zulässt, bei der U19 des ETSC, bei Erft 01, beim 1. FC Rheinbach, gegen Feytal/Weyer I und in Salia Sechtem. Vielleicht kommt kurzfristig noch etwas dazu. An Hallenturnieren nehmen wir nicht teil.


6. Was sollte in der Rückrunde besser werden als in der Hinrunde?

Guido Mertens: Hier muss die Chancenverwertung besser werden. Da haben wir zu viele Dinger liegengelassen, die uns letztlich auch Punkte gekostet haben. Die Spiele in der Bezirksliga sind sehr eng und fordern uns 90 Minuten alles ab. Da müssen wir kaltschnäuziger sein und den entscheidenden Treffer machen wollen. Wichtig ist, dass wir direkt im ersten Spiel zeigen, dass wir hellwach sind. Mannschaftliche Geschlossenheit, Konzentration, Kampf und unbedingter Wille müssen sofort vorhanden sein, damit wir die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einfahren können. Schaffen wir dies und geraten nicht sofort in ein Negativstrudel, dann bin ich zuversichtlich den Klassenerhalt zu schaffen. Der Weg dorthin ist noch lang, doch wir wollen ihn gemeinsam gehen. Gelingt uns dies, dann haben wir Vieles richtig gemacht.

Vielen Dank Guido für das Gespräch und viel Erfolg für die Rückrunde (rb)

   
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